Rheinburgenweg 3. Etappe Bacharach- Oberwesel

Rheinburgenweg 3. Etappe Bacharach- Oberwesel

Bacharach am frühen Morgen, die Luft ist noch kühl, die Gassen wie leergefegt. Nur ein paar Pendler laufen übers Smartphone gebeugt dem Bahnhof entgegen, um zur Arbeit zur fahren. Von der  früheren Touristenhochburg am Mittelrhein ist nur eine Ahnung zu finden. Einige Geschäfte sind aufgegeben deren Schaufenster verwaist. Zu vermieten steht an einigen Gebäuden, allerdings wirkt es nicht, als würde morgen schon hier das pralle Leben einkehren. Wie auch immer, ich suche ja keine Wohnung sondern gehe wandern und so laufe ich die Straße hoch, die durch einen allerliebsten Torbogen zum Aufstieg in die Weinberge führt. 

Und dann gehts aber mal richtig los. Schon um kurz nach 9 ziehen die Temperaturen steil an, die Sonne knallt und es geht ab sowas von steil Bergauf. An der alten Weinbergsmauer kann man noch im Schatten hochkeuchen. Welch Freude oben anzukommen. Aber nur um festzustellen das das erst der softe Anfang war. Jetzt sind steile Metalltreppen zu erklimmen, und zwar mit 7kg Gepäck auf dem Rücken. Stufe für Stufe arbeite ich mich empor, das artet heute wirklich in Arbeit aus. Gottseidank oben!
Aber nur um festzustellen, das es noch dort noch so ein Teil steht, das noch weiter hochführt. Also Wasser einfahren, Step für Step..ich brauche Ewigkeiten bis ich die unzähligen Stufen geschafft habe. Endlich irgendwann oben angekommen, hänge ich erst einmal eine halbe Stunde im immer kleiner werdenden Schatten eines winzigen Busches ab und versuche maximale Flüssigkeitsmengen in mich zu schütten. Wofür trage ich drei Liter Wasser sonst rum?

Weniger steil und gleichmäßig bergan geht es weiter. Zuerst kommt man an alten Weinbergsmauern vorbei, die eine sehr besondere Fauna beherbergen und eine Sammlung von Schmetterlingen und sonstigen Flugtierchen anziehen. Allerliebst. Dann wandert man eine Zeitlang geradeaus, und wieder an den steilen Abhang, der den Blick auf das Mittelrheintal freigibt.  Schiffe ziehen sanft und langsam ihre Bahnen, die Dörfchen an den Ufern wirken wie in eine Modelleisenbahnkulisse eingesetzt. Dazu passen perfekt die Minieisenbahnzüge im Tal, die immer wieder als  aus den Bäumen im Tal auftauchen und mit ihrem erstaunlich lauten Geratter das Mittelrheintal erfüllt.

Über Felder und Wiesen führt die Strecke sanft bergab, schließlich taucht irgendwann die Burg Schönburg oberhalb Oberwesel auf. Imposant und wie einem Märchen entsprungen gelangt man durch einen Torbogen in den inneren Burgbereich. Dort lockt ein Café so arg, das ich erstmal pausiere. Schwer, sich wieder loszureißen! Der Weg nach Oberwesel verläuft auf einem engen, steinigen Pfad, allerdings moderat und machbar. Oberwesel hat eine sehenswerte Kirche und eine uralte Ruine, die erhaben mitten im Ort steht.

Erholung  pur, geradeaus wandern nach dem Aufstieg macht einfach Spaß. Das Getreide ist hier bereits geerntet, die Felder umgepflügt. 

Fazit: Knapp 14 km und 380 Meter hoch- und runter. Moderate Strecke bis auf das Stufengekraxel am Anfang.